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LebertumorE & Lebermetastasen

Gutartige und bösartige Tumore der Leber: Symptome, Diagnostik und Behandlung

Ein Lebertumor ist eine Gewebeneubildung in der Leber. Dahinter kann sehr Unterschiedliches stecken: harmlose Veränderungen, die zufällig bei einem Ultraschall entdeckt werden, genauso wie bösartige Erkrankungen, die rasch behandelt werden müssen. Für Betroffene ist diese Unsicherheit oft das Belastendste an der Diagnose.

Entscheidend ist deshalb eine genaue Abklärung: Um welche Art von Tumor handelt es sich, wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten, und welche Behandlung ist im konkreten Fall die richtige? Diese Fragen lassen sich nur im Zusammenspiel mehrerer Fachrichtungen beantworten.

Prim. Prof. Dr. Thomas Grünberger hat in seiner Laufbahn mehr als 3.000 Operationen an Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse durchgeführt. In seiner Privatordination im 9. Bezirk erhalten Sie eine fundierte Einschätzung Ihrer Befunde und einen individuellen Therapievorschlag.

Welche Arten von Lebertumoren gibt es?

Lebertumore werden nach zwei Kriterien unterschieden: danach, ob sie gutartig oder bösartig sind, und danach, ob sie in der Leber selbst entstanden sind oder von einem anderen Organ ausgehen.

Primäre Lebertumore entstehen direkt im Lebergewebe oder in den Gallengängen.

Sekundäre Lebertumore sind Absiedelungen eines Tumors aus einem anderen Organ. Sie werden als Lebermetastasen bezeichnet und sind die mit Abstand häufigste Form bösartiger Leberveränderungen.

Bösartige Lebertumore

Für die drei wichtigsten Krankheitsbilder finden Sie auf eigenen Seiten ausführliche Informationen zu Entstehung, Diagnostik und Behandlung.

Cholangio­zelluläres Karzinom (CCA)

Ein Tumor der Gallengänge, der innerhalb der Leber, an der Leberpforte oder im weiteren Verlauf der Gallenwege auftreten kann. Auch das Gallenblasenkarzinom zählt zu dieser Gruppe. Die Lage bestimmt maßgeblich, wie aufwendig eine Operation ist. In den vergangenen Jahren sind zusätzlich zielgerichtete Medikamente verfügbar geworden.

Hepato­zelluläres Karzinom (HCC)

Der häufigste primäre Leberkrebs. Er entsteht meist auf dem Boden einer vorgeschädigten Leber, etwa nach jahrelanger Leberentzündung oder bei einer Fettleberhepatitis. Für die Therapieentscheidung ist neben der Tumorausdehnung immer auch die Funktion der nach einer Resektion verbleibenden Leber maßgeblich.

Leber­metastasen

Tochtergeschwülste eines Tumors aus einem anderen Organ, am häufigsten aus dem Darm, aber auch aus Magen, Bauchspeicheldrüse, Lunge oder Brust. Auch bei mehreren Herden ist eine operative Entfernung in vielen Fällen möglich und bietet die Chance auf Heilung.

Gutartige Lebertumore

Gutartige Veränderungen der Leber sind häufig und werden meist zufällig entdeckt. In vielen Fällen sind keine weiteren Maßnahmen nötig, eine sichere Abgrenzung gegenüber bösartigen Befunden ist aber immer erforderlich.

Leberzysten
Flüssigkeitsgefüllte Hohlräume und der häufigste Lebertumor überhaupt. Sie bleiben meist beschwerdefrei. Eine Behandlung ist nur dann notwendig, wenn sie durch ihre Größe Druckbeschwerden verursachen.

Hämangiom
Eine gutartige Gefäßneubildung und der zweithäufigste Lebertumor. Hämangiome verursachen in der Regel keine Beschwerden und müssen nur selten behandelt werden, etwa bei sehr großer Ausdehnung oder anhaltenden Schmerzen.

Fokale noduläre Hyperplasie (FNH)
Eine gutartige Gewebevermehrung mit einer Präferenz zum weiblichen Geschlecht. Eine FNH entartet nicht und wird üblicherweise nur beobachtet.

Leberzelladenom
Ebenfalls gutartig, jedoch mit einem gewissen Risiko für Blutungen und in seltenen Fällen für eine bösartige Entwicklung. Unterschieden werden vier Adenomtypen. Diese Differenzierung ist wichtig, um das Risiko für eine Blutung oder eine Entartung einschätzen zu können. Größere Adenome werden häufig operativ entfernt.

Symptome eines Lebertumors

Die Leber besitzt keine Schmerzrezeptoren im Gewebe selbst. Tumore wachsen dort deshalb lange, ohne Beschwerden zu verursachen – auch größere Befunde bleiben oft unbemerkt. Treten Symptome auf, sind sie meist unspezifisch:

Diese Beschwerden können viele harmlose Ursachen haben. Halten sie über mehrere Wochen an, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Wer bereits wegen einer Krebserkrankung behandelt wurde, sollte die empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen konsequent wahrnehmen – Lebermetastasen werden dabei häufig in einem noch gut behandelbaren Stadium entdeckt.

Diagnostik

Ziel der Abklärung ist es, die Art des Tumors zu bestimmen, seine genaue Lage im Verhältnis zu Gefäßen und Gallenwegen darzustellen und die Funktion der Leber zu beurteilen. Erst daraus ergibt sich, welche Behandlung möglich ist.

Ultraschall
Meist die erste Untersuchung. Mit Kontrastmittelunterstützung lassen sich viele Befunde bereits gut einordnen.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)
Die MRT mit leberspezifischem Kontrastmittel ist die genaueste Methode zur Beurteilung von Leberherden. Die CT zeigt zusätzlich, ob weitere Organe betroffen sind.

Laborwerte und Tumormarker
Leberfunktionswerte sowie je nach Verdacht bestimmte Marker im Blut ergänzen das Bild. Sie sind für sich allein nie beweisend.

Gewebeprobe (Biopsie)
Nur dann erforderlich, wenn die Bildgebung keine eindeutige Zuordnung erlaubt oder wenn vor einer medikamentösen Therapie eine feingewebliche Sicherung nötig ist.

Beurteilung der verbleibenden Leber
Vor einer geplanten Operation wird berechnet, wie viel funktionsfähiges Lebergewebe nach dem Eingriff verbleibt. Die Leber kann nachwachsen, ein Mindestvolumen muss jedoch erhalten bleiben.

Behandlungs­möglichkeiten

Es gibt nicht die eine Behandlung des Lebertumors. Welches Verfahren in Frage kommt, hängt von der Tumorart ab, von Anzahl und Lage der Herde, von der Leberfunktion und vom Allgemeinzustand. Häufig werden mehrere Verfahren nacheinander oder kombiniert eingesetzt.

Operative Entfernung (Leberresektion)

Bei bösartigen Lebertumoren ist die vollständige chirurgische Entfernung das Verfahren mit der besten Aussicht auf Heilung. Je nach Lage wird entweder ein anatomisch abgegrenzter Leberabschnitt entfernt oder gezielt nur das tumortragende Gewebe.

Minimalinvasive und robotische Leberchirurgie

Viele Eingriffe lassen sich heute über kleine Zugänge durchführen, unterstützt durch ein Operationsrobotersystem. Für Betroffene bedeutet das in der Regel weniger Schmerzen, eine raschere Erholung und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt. Ob dieses Vorgehen möglich ist, entscheiden die Lage des Tumors und die Erfahrung des Operationsteams.

Vorbereitende Maßnahmen bei großen Tumoren

Wenn nach der geplanten Entfernung zu wenig Lebergewebe verbliebe, kann der gesunde Leberanteil gezielt zum Wachsen angeregt werden. Dazu wird vorab die Blutversorgung des erkrankten Leberlappens unterbrochen. Nach zwei bis drei Wochen ist der verbleibende Anteil so weit gewachsen, dass die Operation sicher durchgeführt werden kann. So werden auch Befunde operabel, die zunächst als nicht operabel eingestuft wurden.

Lokale Verfahren

Kleinere Herde können durch Hitze verödet werden (Thermoablation), entweder über die Haut oder während einer Operation. Weitere Verfahren wirken über die Blutgefäße der Leber und bringen Medikamente oder strahlende Partikel direkt in das Tumorgewebe ein.

Medikamentöse Therapie

Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Medikamente kommen vor einer Operation zum Einsatz, um den Tumor zu verkleinern, danach zur Absicherung des Ergebnisses, oder als eigenständige Behandlung, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Strahlentherapie

Präzise fokussierte Bestrahlung in wenigen Sitzungen kann bei einzelnen Herden eine Alternative sein, wenn ein Eingriff nicht in Frage kommt.

Lebertransplantation

Bei bestimmten Tumoren kann eine Transplantation die beste Option sein. Die Entscheidung fällt gemeinsam mit einem Transplantationszentrum.

Warum die Wahl des Zentrums den Unterschied macht

Leberoperationen zählen zu den anspruchsvollsten Eingriffen der Bauchchirurgie. Für das Ergebnis ist entscheidend, wie viel Erfahrung ein Team mit genau diesen Eingriffen hat – und ob die Entscheidung über die Behandlung gemeinsam von mehreren Fachrichtungen getroffen wird.

Zertifiziertes Kompetenzzentrum für Leberchirurgie
Die von Prim. Prof. Dr. Thomas Grünberger geleitete Abteilung für Chirurgie der Klinik Favoriten (HPB Zentrum Wiener Gesundheitsverbund) wurde von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als Kompetenzzentrum für Chirurgische Erkrankungen der Leber zertifiziert. Die Auszeichnung bestätigt Struktur, Fallzahlen und Ergebnisqualität nach den Kriterien der DGAV-Zertifizierungsordnung.

Interdisziplinäres Tumorboard
Jeder Fall wird in einer wöchentlichen Konferenz gemeinsam mit Radiologie, Onkologie, Radioonkologie, Gastroenterologie und Pathologie besprochen. Die Therapieempfehlung ist damit nie die Meinung eines Einzelnen.

Erfahrung
An der Abteilung werden jährlich rund 100 bis 120 Leberresektionen durchgeführt.

Ihr Weg zur Zweitmeinung

Viele Betroffene kommen mit einer bereits gestellten Diagnose und der Frage, ob die vorgeschlagene Behandlung die richtige ist. Genau dafür ist die Ordination gedacht.

  1. Termin vereinbaren – telefonisch oder schriftlich
  2. Unterlagen mitbringen – alle Befunde gesammelt, vor allem die aktuelle Bildgebung (CT oder MRT)
  3. Persönliches Gespräch – Durchsicht der Befunde und Besprechung der Behandlungsoptionen
  4. Therapievorschlag – erfolgt im Rahmen der Erstbegutachtung
  5. Weitere Betreuung – eine allfällige Operation und die weitere Behandlung erfolgen über die Abteilung in der Klinik Favoriten

Hinweis: Die Ordination hat keine Kassenverträge.

Häufige Fragen

Nein. Ein großer Teil der in der Leber entdeckten Veränderungen ist gutartig, etwa Zysten oder Hämangiome. Eine bildgebende Abklärung ist dennoch immer nötig, um die Art des Befundes sicher zu bestimmen.

Ja. Die Leber ist das einzige Organ, das nachwachsen kann. Nach einer Entfernung erreicht das verbleibende Gewebe innerhalb weniger Wochen wieder eine ausreichende Größe und Funktion.

Die Größe allein ist nicht entscheidend. Wichtiger sind die Lage im Verhältnis zu Gefäßen und Gallenwegen und die Frage, wie viel gesundes Lebergewebe erhalten bleibt. Auch sehr große Tumore sind unter bestimmten Voraussetzungen operabel.

Nein. Auch bei zahlreichen Herden kann eine Entfernung sinnvoll sein, teilweise in mehreren Schritten und in Kombination mit einer medikamentösen Therapie.

Das hängt vom Tumortyp und von den verfügbaren Behandlungsoptionen ab. Eine belastbare Einschätzung ist erst möglich, wenn alle Befunde vorliegen und gemeinsam beurteilt wurden.

Ein chirurgisch-onkologisches Team hat fast immer noch Therapieoptionen. Wie viel Zeit damit gewonnen wird, hängt davon ab, wie gut die Erkrankung auf die Behandlung anspricht.

Sie hängen davon ab, welche unterschiedlich wirksamen Therapien sich im Einzelfall miteinander kombinieren lassen. Genau das wird im Tumorboard für jeden Fall einzeln beurteilt.

Ziel ist es, die Erkrankung in einen chronischen, kontrollierbaren Verlauf zu bringen. Welcher Weg dorthin führt, wird gemeinsam im persönlichen Gespräch besprochen.

Sie haben einen Befund erhalten und möchten eine zweite Einschätzung?

Vereinbaren Sie einen Termin in der Ordination Grünberger im 9. Wiener Gemeindebezirk.

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